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Sonnenstandkorrektur etc.

Verfasst: 06 Feb 2008 21:52
von FokkerPlanck
Hallo,

ich hatte diese Fragen schon einmal gestellt, damals aber aus unklaren Gründen keine erklärenden Antworten bekommen. Ich betreibe nun meinen Solarsensor "ernsthafter", so daß ich ein möglichst lückenloses Verständnis, was WsWin intern mit den Messwerten anstellt, benötige.
Ich versuche es einfach nochmal, da ich glaube,daß jedem Benutzer damit gedient ist. Schließlich finden sich ja einige Anfragen im Forum zum Thema "Sonnenstandskorrektur" (in der Programm-Hilfe steht definitiv nichts darüber):

a) wird der Solarstrahlungswert aufgeteilt in einen Sonnen- und Himmelstrahlungsanteil?
b) Wenn ja, sind diese %-Anteile abhängig von der Tages- und/oder Jahreszeit?
c) Womit werden die Sonnenstand-Korrekturfaktoren multipliziert (zum Schluß dient als Kriterium ja eine Strahlungsmenge) und woher stammen sie? Warum sind diese vom Monat abhängig?
d) Warum sind diese Faktoren abhängig vom Typ des Sensores, der Sonnenstand ist schließlich immer gleich? :shock:
e) Was bedeutet die "FeuchteA-Faktor-Reduzierung"? Welcher Feuchtewert wird mit der frei wählbaren Prozentzahl multipliziert und wozu/wobei verwendet?
f) wird im unteren Feld „Spezial Sensoren / Solar“ (mit den Klassen sonnig, bewölkt etc.) aus der Solarstrahlung der Bewölkungsgrad bestimmt? Eine Abschwächung der Solarstrahlung durch eine vor der Sonne durchziehende Wolke ist doch lediglich ein Maß für die „Dichte“ dieser Wolke und nicht dafür, wie viel Prozent des Himmels mit Wolken bedeckt sind!
g) Sind mit den Uhrzeiten für Sonnenauf- und Untergang die Zeiten gemeint, wann die Sonne bei mir vorzeitig abgedeckt wird und der Solarsensor beschattet wird? Werden die fehlenden Messwerte für die Berechnung der Sonnenscheindauer für die "Abschattenphasen" extrapoliert oder ist die maximal mögliche Sonnenscheinzeit damit automatisch verkürzt?

Verfasst: 06 Feb 2008 23:08
von weneu
Hallo,
nur einige Anmerkungen, da ich mich hier nicht 100-prozentig kompetent fühle.
zu (c) Warum vom Monat abhängig? Weil der Sonnenstand vom Monat abhängig ist
zu (d)
ganz einfach, weil es sich um völlig unterschiedliche Messverfahren handelt. Bei einem umgebauten Temperatursensor wird letztlich nur eine Fotodiode verwendet, die die Helligkeit auswertet. Ist also so gesehen nicht mit dem Solarsensor der Vantage vergleichbar
zu (e) es wird versucht, an Hand eines Vergleichs der tatsächlichen Luftfeuchtigkeit mit dem eingestellten Wert die Genauigkeit der Sonnenzeitermittlung zu verbessern. (betrifft aber nach meinem Kenntnisstand nur die umgebauten Sensoren)
zu (f) Das ist eben eine "Krücke" und wem diese zu ungenau ist, der darf den Wert eben nicht verwenden.
zu (g) trifft für Dich ebenfalls nicht zu, da Du ja die Vantage hast

Verfasst: 07 Feb 2008 01:34
von FokkerPlanck
Hallo,
weneu hat geschrieben: zu (c) Warum vom Monat abhängig? Weil der Sonnenstand vom Monat abhängig ist
Sicher, aber der Sonnenstand und damit die "Verdünnung" der Strahlungsleistung der Sonne über eine horizontale Messfläche hängt schließlich auch von der Tageszeit ab. Wieso wird zwischen Monat und Tag unterschieden und nicht gleich der Sonnenhöhenwinkel berücksichtigt?
zu (d)
ganz einfach, weil es sich um völlig unterschiedliche Messverfahren handelt. Bei einem umgebauten Temperatursensor wird letztlich nur eine Fotodiode verwendet, die die Helligkeit auswertet. Ist also so gesehen nicht mit dem Solarsensor der Vantage vergleichbar
Aber letztlich will man die Messwerte in eine Strahlungsleistung in W/m2 ausdrücken. Ob das nun direkt bei der VP oder indirekt über eine Beleuchtungsstärke in Lux oder sogar über die Erwärmung eines Thermofühlers geht. Den Sonnenstand muß man unabhängig davon aber immer gleich korrigieren. Oder werden in den Faktoren die zwei Schritte (1. Umrechnung in W/m2, 2. Sonnenstandskorrektur ) in eins gemacht?
zu (f) Das ist eben eine "Krücke" und wem diese zu ungenau ist, der darf den Wert eben nicht verwenden.
ok
zu (g) trifft für Dich ebenfalls nicht zu, da Du ja die Vantage hast
Aber mein VP Solarsensor steht auch zeitweise im Schatten. D.h. generell extrapoliert WsWin nicht in standortsbedingte Schattenzeiten, d.h. wenn in der unmittelbaren Umgebung die Sonne noch scheint, kann ich das nicht berücksichtigen, oder?

Verfasst: 07 Feb 2008 08:01
von Werner
@Fokker
Aber mein VP Solarsensor steht auch zeitweise im Schatten. D.h. generell extrapoliert WsWin nicht in standortsbedingte Schattenzeiten, d.h. wenn in der unmittelbaren Umgebung die Sonne noch scheint, kann ich das nicht berücksichtigen, oder?
So ist das.

Wenn der Solarsensor teilweise im Schatten steht, sollte man die Solarstrahlung nicht messen oder mit dem "leben", was gemessen wird.

Das Programm macht nicht "vielleicht" oder "vielleicht doch nicht"

Werner

Verfasst: 07 Feb 2008 13:50
von Holli
Werner hat geschrieben:Das Programm macht nicht "vielleicht" oder "vielleicht doch nicht"
Eingeschränkt schon. Am Tagesbeginn und -ende kann man die Zeiten, zu denen die Sonne vorzeitig hinter dem sichtbaren Horizont verschwindet, bevor sie tatsächlich untergeht, jeweils für den Monat angeben. In dieser Zeit findet einfach keine Berechnung statt.

Nur temporäre Abschattungen während des Tages kann man nicht eintragen. Das wäre auch reichlich viel verlangt, denn der eine hat nur einen Baum (Berg, Hochhaus, Kamin, Fernsehturm...) im Weg stehen, der nächste 10.

Mich nerven hier eine alles überragende Pappel in SSW und eine kaum weniger hohe Birke in SW. Ich habe keine Chance, den Sensor aus deren Schatten zu bringen, also ist es zu dieser Zeit eben täglich bewölkt. Davon geht die Welt nicht unter.

Sonnenstandkorrektur

Verfasst: 07 Feb 2008 16:39
von FokkerPlanck
Hallo Holli,
Holli hat geschrieben: Eingeschränkt schon. Am Tagesbeginn und -ende kann man die Zeiten, zu denen die Sonne vorzeitig hinter dem sichtbaren Horizont verschwindet, bevor sie tatsächlich untergeht, jeweils für den Monat angeben. In dieser Zeit findet einfach keine Berechnung statt.
Geht es bei dieser Eingabe nur darum, zu vermeiden, daß durch den geringen Sonnenwinkel Nahe dem Horizont leichter fälschlicherweise "Sonnenschein" angezeigt werden kann?
Nur temporäre Abschattungen während des Tages kann man nicht eintragen. Das wäre auch reichlich viel verlangt, denn der eine hat nur einen Baum (Berg, Hochhaus, Kamin, Fernsehturm...) im Weg stehen, der nächste 10.
Das meinte ich auch nicht, obwohl das ein Problem ist. Mein Solarssensor wird nach SA bzw. vor SU durch Hindernisse am Horizont noch einige Dutzend Minuten beschattet. Ich würde das gerne rausrechnen und habe mir ein Extrapolationsverfahren überlegt.
D.h. aber, ich kann mit der obigen Eingabe von "künstlichen" SA/SU Zeiten (=Beschattungszeitpunkte) für den Solarsensor zumindest erreichen, daß WsWIn ZUVIEL Sonnenscheindauer durch falsch Diskrimination anzeigt, oder?

Verfasst: 07 Feb 2008 19:02
von Sprite01
Ich habe eine grundlegende Frage zum Korrektur-Faktor, irgendwie verstehe ich den Faktor nicht.
Bei mir ist der Februar mit dem Faktor 5.0 versehen. :?:
Heute 08:00 Uhr bzw. 17:00 Uhr habe ich definitiv falsche Sonnenzeiten (locker < 86%) im Diagramm stehen.
Wie kann ich diese Zeiten korrigieren ?
Bild

Verfasst: 07 Feb 2008 19:16
von weneu
Hallo Dirk,
wenn am Morgen zu früh und abends zu lange noch Sonnenschein errechnet wird, korrigierst Du dies so:
"Wetterstation - Spezialsensoren - Solar" und dort bei "Wert für 0%" anstatt 0 z.B 20 W/m² eintragen. Dann beginnt die Sonnenzeitermittlung erst, wenn dieser Wert überschritten wird.
Das hängt natürlich wiederum vom Sensor ab. Wer einen modfizierten Temperatursensor hat, kann hie rkeine Wattzahl eintragen, sondern muss hier den Temperaturwert korrigieren.
Das Ergebnis wird übrigens unmittelbar sichtbar, weil WSWIN sofort neu berechnet.

Re: Sonnenstandkorrektur

Verfasst: 07 Feb 2008 19:43
von Holli
FokkerPlanck hat geschrieben:Geht es bei dieser Eingabe nur darum, zu vermeiden, daß durch den geringen Sonnenwinkel Nahe dem Horizont leichter fälschlicherweise "Sonnenschein" angezeigt werden kann?
Umgekehrt: Statt bei blauem Himmel "stark bewölkt" anzuzeigen, findet gar keine Berechnung statt. Auch in den Strahlungsdurchschnitt geht die Zeit nicht ein.
D.h. aber, ich kann mit der obigen Eingabe von "künstlichen" SA/SU Zeiten (=Beschattungszeitpunkte) für den Solarsensor zumindest erreichen, daß WsWIn ZUVIEL Sonnenscheindauer durch falsch Diskrimination anzeigt, oder?
Zuviel kann WsWin nicht anzeigen, weil entweder starke Bewölkung errechnet wird oder, wenn die Zeit von der Berechnung ausgenommen ist, eben gar nichts. Im Prinzip wird damit die Nacht verlängert.

Verfasst: 07 Feb 2008 20:09
von Sprite01
"Wert bei 0 %" zeigt mir bei Mouseover einen Wert von "~-24,6 °C" an.
Dieser Stand bei mir auf -22,5 °C.
Mit der Einstellung - 19,2 °C stimmt mein Diagramm.
Ich hoffe, so kann man es einstellen. Die Differenz ( - 24 zu -19) erscheint mir schon recht groß.

Es ist also ein modifizierter Temperatursensor wie ihr lesen könnt.
Und wieder mal ein Dankeschön hier, aber mit den Helligkeitseinstellungen habe
ich noch so meine Problemchen vom Verständnis her.
(Gehört schon ein wenig in die höhere WsWin-Kultur) :)

Verfasst: 07 Feb 2008 23:48
von weneu
Hallo Dirk,
Ich hoffe, so kann man es einstellen.
Ich denke, Du wirst damit schon Erfolg haben, musst es halt eine Weile beobachten. Die Einstellung eines umgebauten Temperatursensors ist immer etwas problematisch, aber mit der Zeit kommt man zu recht brauchbaren Ergebnissen.